Reggio-orientierte Kindertagesstätte Memmingen 2019 Auftraggeber Alois Goldhofer StiftungNutzfläche 864 m² BRI 3778 m³Leistungen 1-9Status GebautEnergiestandard Energieeffizeinzklasse A+ (29,2 kWh/m2a)Fachplaner Statik IHW Ingenieure, KemptenHaustechnik Güttinger Ingenieure, KemptenFotographie Nicolas FelderElektroplanung Kettner & Baur, MemmingenLandschaftsarchitekt Latz+Partner, KranzbergLichtplanung Generation Licht, Gaienhofen-Hemmenhofen Brandschutz Anwander Ingenieure Schadstoffmanagement Güttinger Ingenieure, Kempten

Auszeichnung / Preise

Deutscher Nachhaltigkeitspreis 2020 Nominierung

Veröffentlichungen

"der architekt" 03/2019 - Druckausgabe derarchitektbda.de am 13. Mai 2019 - "Mit den Stärken arbeiten" Vortrag beim 15. BDA-Tag in Halle (Saale) am 25. Mai 2019 - "Houston, we have a problem"

Kreativ recyceln und neu reaktivieren

Die Idee für die neue Kita der Goldhofer Stiftung in Memmingen entspringt dem Reggio-Gedanken, mit schon Gebrauchtem und Recycling-Material kreativ und forschend umzugehen.
Die Wiederverwendung des Gebrauchten und Recycling ist ein gesellschaftlicher und ökologischer Wert, der den Kindern alltagspraktisch und greifbar nahegebracht werden soll. Dies geschieht konkret erfahrbar im Gebäude der neuen Goldhofer-Kita. Daher wird das alte Goldhofer-Haus wiederverwendet und elementarer Bestandteil der Kita. Der Erhalt bedeutet auch einen sorgfältigen Umgang mit den von der Stifterfamilie Goldhofer aufgebauten Werten.

Hierfür werden die bestehenden Gebäudeteile freigestellt und unter einer neuen Gebäudehülle eingestellt. Die zwischen dem Bestand entstehenden Zwischenräume – früher Außenraum, jetzt Innenraum – fungieren als Gemeinschaftsbereiche mit flexibler Gebrauchsmöglichkeit. Die Räume im Bestand dienen als Gruppen- und Nebenräume für den Kindergarten und die Krippe. Beim Betreten des Gebäudes gelangt man direkt auf die „Piazza“, einen neuen multifunktional nutzbaren Raum, der Treffpunkt für die Krippe und den Kindergarten ist, als Garderobenbereich dient und Raum für Bewegung, Tanz und Musik bietet. Die bestehende Garage im Norden wird zur Küche umgenutzt. Der davorliegende großzügige Essbereich verbindet Küche und Piazza miteinander.
Die Piazza leitet durch eine Treppe und eine Rutsche in den raumhohen Bewegungsraum im ein Stockwerk tiefer liegenden Gartengeschoss, wo die Kinder toben, rennen und klettern können.

Die hier ebenfalls liegende Remida steht als Recycling-Einrichtung zur Verfügung und bietet Platz zum Sammeln von Materialen, aus denen wieder Neues geschaffen werden kann. So ergänzt die Werkstatt im Untergeschoss die Mini-Ateliers im Erdgeschoss und ermöglicht den Kindern das kreative Arbeiten mit Ton, Holz Metall und anderen Materialien.

Der Garten kann über beide Geschosse erreicht werden und bietet mit seiner Vielfältigkeit verschiedenste Erlebnisse in der schönen Parkanlage des Goldhofer-Anwesens. Auch im Freien lässt sich der Reggio-Gedanke spüren. Die großzügige Rasenfläche und Spielgeräte bilden Bewegungsmöglichkeiten für die Kinder. Experimentierfelder lassen der Phantasie und Kreativität freien Lauf. In Matsch- und Sandflächen werden die größten Sandburgen und leckersten Sandkuchen hergestellt und markierte Gartenparzellen, die durch recycelte Steinplatten, Betonpfosten und Holzstämme der Goldhofer Gebäude strukturiert werden, laden die Kinder ein, selbst zu kleinen Gärtnern zu werden.

Die neue Gebäudehülle besteht aus lichtdurchlässigen Polycarbonatstegplatten mit darin integrierten großen, bodentiefen Glasöffnungen als Fenster und Türen für großzügige Blickbeziehungen zwischen Innen und Außen. Durch die transluzente Fassade scheint das alte Goldhofer-Haus hindurch und bleibt erkennbar.

Durch die Einsparung von „grauer Energie“, die im alten Gebäude steckt, und die Aktivierung des Bestandes folgt auch das energetische Konzept der Reggio Idee des kreativen und forschenden Umgangs mit dem Gebrauchten.

 

Konzept Recycling und Kybernetik

 

Lageplan

 

Erdgeschoss

 

Untergeschoss

 

Ansicht Süd

 

Ansicht Nord-Ost

 

Querschnitt

 

Längsschnitt

 

Modellfoto

 

 

 

http://derarchitektbda.de/kus-kita-goldhofer/